Arbeitsmedizinische Gutachten auf Basis eines „FCE-Assessments“
Methoden arbeitsmedizinischer Gutachten
FCE-Assessment
Arbeitsmedizinische Gutachten werden bei IPAmed in der Regel auf Basis eines „FCE-Assessments“ erstellt. Beim „FCE-Assessment“ handelt es sich um ein Evaluations-Verfahren, mit dem berufliche Anforderungen möglichst realitätsnah simuliert und deren Bedeutung für den arbeitenden Menschen individuell beurteilt werden können.
FCE steht für Functional Capacity Evaluation, es geht also um die Bewertung der arbeitsbezogenen funktionellen Leistungsfähigkeit.
Dazu wird eine mehrstündige, systematische Arbeitsbelastung simuliert und beurteilt. Die Aktivitätstests werden aufgrund der individuellen Beanspruchungssituation der Testperson ausgewählt, etwa in den Bereichen:
- Körperhaltung (z. B. Stehen, Knien, Hocken),
- Körperfortbewegung (z. B. Gehen, Klettern, Kriechen),
- Körperteilbewegung (z. B. Kniebeugen, Bücken und Aufrichten),
- komplexe Merkmale (z. B. Heben, Schieben und Ziehen, Feinmotorik),
- mentale Anforderungen (z. B. Reaktionsfähigkeit und Konzentrationsvermögen).
Das FCE-Assessment bietet drei wesentliche Vorteile:
- Die zu beurteilende Aktivität kann direkt beobachtet werden, indem eine arbeitsplatznahe Belastungssituation dargestellt wird.
- Das FCE-Assessment liefert Messwerte und definierte Beobachtungsdaten, die als sichere Grundlage für die Beurteilung der arbeitsbezogenen psychophysischen Leistungsfähigkeit dienen.
- Das FCE-Assessment liefert eine komplexe Beurteilung bei Mehrfacherkrankungen. Das FCE-Assessment ist somit in der Lage, den Aspekt der Aktivität chronisch Erkrankter darzustellen, (z.B. für Chancen zur Teilhabe am Arbeitsleben). Damit unterscheidet es sich von herkömmlicher Begutachtung, die sich auf die Diagnostik der Schädigung beschränkt, die einer chronischen Erkrankung zugrunde liegt.
Das FCE-Assessment bezieht sich damit auf die ICF-Klassifikation der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und wird unter anderem bei der Medizinisch-beruflich orientierten Rehabilitation (MBOR; seitens der DRV) angewandt.
